STUDIEN & UMFRAGEN27. März 2025

Regulary-Reporting-Studie: Banken vor tiefgreifender Transformation ihrer Abläufe

Regulatory-Reporting-Studie von BearingPoint; zukünftige Meldungen im Regulatory Reporting
BearingPoint

Die Management- und Technologieberatung BearingPoint hat eine umfassende Analyse zum Regulatory Reporting bei Banken vorgelegt. Darin legt sie auch Nachholbedarfe bei der Anwendung von Technologien offen, wie etwa KI oder Robotic Process Automation (RPA).

Grundlage für die Analyse bildete laut BearingPoint eine Umfrage unter 33 europäischen Banken, darunter auch 24 deutsche. Die Studie stelle eine repräsentative Datengrundlage des deutschen Bankenmarktes dar. Abgedeckt worden seien Themen wie Digitalisierung, Cloud-Migration und Datenqualität genauso wie organisatorische Strukturen.

BearingPoint betont: Die auf Basis der Ergebnisse erstellte Studie verdeutliche, dass Banken vor einer tiefgreifenden Transformation ihrer Regulatory-Reporting-Abläufe stünden. Die nächsten Jahre böten eine einmalige Gelegenheit, durch gezielte Maßnahmen der Organisationsentwicklung und Technologie-Implementation das Reporting nicht nur effizienter, sondern auch strategisch wertvoller für die Bank selbst zu machen.

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Digitalisierung und Technologieeinsatz im Regulatory Reporting

Ein Ergebnis der Studie: In der ersten Hälfte der 2020er-Jahre seien die Prozesse im Regulatory Reporting größtenteils weiterhin manuell geprägt gewesen. Dies seien sie heute noch. Klassische IT-Tools wie Tabellenkalkulationsprogramme kommen, so die Ergebnisse, bei Korrekturen und Abgleichen zum Einsatz.

Technologien wie KI und Robotic Process Automation (RPA) würden hingegen bislang kaum angewendet. Dies liege unter anderem daran, dass sich die Erwartungen an Technologien wie RPA mit zunehmender Reife der jeweiligen Tools weniger erfüllt hätten als prognostiziert.

Banken sehen KI als Gewinn

Gleichwohl würden in der Vorausschau auf 2030 mehr als 50 Prozent der befragten Banken einen hohen oder sogar vollständigen Digitalisierungsgrad annehmen. Diese Erwartung betreffe im Speziellen das Wechselspiel zwischen der Integration moderner Tools und Automatisierungstechnologien. Laut Studie scheint der KI-Einsatz für die Banken gewinnbringend.

Wie die Experten von BearingPoint betonen, würden viele Banken ihre Serversysteme noch vor Ort betreiben. Die Erwartung mit Blick auf 2030 sei jedoch, dass die meisten Kreditinstitute auf cloudbasierte Software-as-a-Service-Lösungen umsteigen. Zwei Drittel der befragten Banken (67 Prozent) würden eine Standardsoftware umfassend in einem End-to-End-Ansatz nutzen. Ein Drittel betreibe die Software mit einer eigenen Infrastruktur.

BearingPoint

Vor dem Hintergrund der Antworten prognostizieren die Studienteilnehmer: Die seit einigen Jahren andauernde Migration von Banksystemen in die Cloud im Regulatory Reporting dürfte im Jahre 2030 weitgehend abgeschlossen sein. Lediglich noch drei Prozent würden ihre Regulatory-Reporting-Systeme dann noch On-Premises betreiben.

Datenqualität als Schlüssel zu fehlerfreien Reportings

Die Studie kommt weiter zum Ergebnis: Datenqualität werde von Banken weiterhin als zentraler Erfolgsfaktor wahrgenommen, von dem nicht nur die Substanz der externen Berichtspflicht profitiere. Auch interne strategische Entscheidungen könnten – ein fehlerfreies Reporting von hoher Datengüte vorausgesetzt – besser werden.

Während 50 Prozent der Banken in den letzten fünf Jahren Verbesserungen erreicht hätten, werde dies auch künftig ein Schwerpunkt bleiben. Fehler und Ungenauigkeiten in der Datenmodellierung hätten erhebliche Auswirkungen und würden oft nur kurzfristig korrigiert. Die Umsetzung des spezifischen Berichterstattungsstandards “BCBS 239” im Rahmen des Baseler Ausschusses bliebe daher auch in den kommenden Jahren eine vordringliche Aufgabe.

BearingPoint

Banken müssen ihren Regulatory-Reporting-Pflichten pünktlich und mit hoher Qualität nachkommen. Für unsere Regulatory-Reporting-Studie haben wir uns darauf fokussiert, wie die Banken diesen Herausforderungen aktuell und in Zukunft begegnen. Nehmen wir die Perspektive bis zum Jahr 2030 ein, so scheinen die von uns befragten Banken die Entwicklung des Regulatory Reportings positiv zu bewerten.“

Stefan Kauerauf, Partner Banking und Capital Markets bei BearingPoint

Organisation sei beim Regulatory Reporting mehr als ein administrativer Rahmenaspekt. Annähernd 25 Prozent der befragten Banken hätten ihr Regulatory Reporting bereits vollständig zentralisiert. Für 97 Prozent sei partielle Zentralisierung bis zum Jahr 2030 wahrscheinlich.

BearingPoint weist darauf hin: Ein erfolgreiches Regulatory Reporting hänge neben der zentralen Verantwortung innerhalb der Organisation von der möglichst reibungsfreien Zusammenarbeit unterschiedlicher Teams ab. Nur so könne den komplexen Anforderungen der Aufsichtsbehörden auch in Zukunft effizient begegnet werden.

Die komplette Studie BearingPoint-Regulatory-Reporting steht nach Angaben der Kontaktdaten zum Download zur Verfügung.dw

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