Business Analyst in Banken: Wie Rockmusik im Job hilft
Frontmann einer erfolgreichen Alternative-Rock-Band und Business Analyst in Banken – Christoph Otten weiß, wie wichtig ein ausgewogenes Portfolio ist. Beide Welten können voneinander profitieren. Zwischen den Jahren wagen wir einen Blick auf die menschelnde Seite des Jobs.
von Anja Kühner

Christoph Otten

Christoph Otten
Mit dem Einstieg ins Berufsleben hat sich sein Themenportfolio stark erweitert. Seine „Brötchen“ verdient Christoph Otten als Business Analyst und Projektleiter im Bankensektor. Nach einer Station bei der Bundesbank arbeitet der Volkswirt heute für die auf Finanzdienstleister spezialisierte Frankfurter Unternehmensberatung concedro und berät Banken bei der Umsetzung von regulatorischen Anforderungen.
Job und Hobby bilden eine Symbiose – beide Bereiche fördern und ergänzen einander.”

Christoph Otten
Das Win-Win-Verhältnis entsteht für den 37-jährigen gleich auf mehreren Ebenen – und nicht nur, weil ein erfülltes Privatleben die Batterien für den stressigen Berufsalltag auflädt.
Die Band ist gut für den Beruf
Im HR-Vokabular heißt es „Softskills“, was als Leadsinger essenziell ist: Kommunikation und Teamplayer-Eigenschaften.
Wenn es um Kommunikation geht, dann unterscheidet sich eine Band nicht viel von einem beruflichen Team. In die Band bin ich reingewachsen und kann die dort intuitiv genutzten Vorgehensweisen auch auf den Job übertragen.“
Auch in der Band knirscht es mal – und hier wie dort wendet er Kommunikationswerkzeuge an und wird in deren Einsatz immer sicherer.
Kreative Lösungen machen hier den Unterschied zwischen schematischem Abarbeiten und echter Beraterleistung.“
So wie sich ein guter Song durch gegenseitiges Feedback der Bandkollegen entwickele, so sei es auch im Projekt: „Probleme werden durch gute und vor allem offene Zusammenarbeit gelöst, nicht durch hierarchische Vorgaben.“
Mittlerweile ist Otten auch bei wichtigen Präsentationen souverän. „Wenn ich vor hunderten Menschen als Musiker performe, dann kann ich auch vor 20 Menschen etwas präsentieren“, beschreibt er. Sicherheit gebe in beiden Situationen natürlich nur gewissenhafte Vorbereitung.
Der Job pusht die Band
Umgekehrt helfen berufliche Erfahrungen auch im Musiker-Dasein. Er hat durch den Job gelernt, Zeit als Ressource zu verstehen und schätzt zielorientierte Zusammenarbeit. Auch im kreativen Prozess müssen Deadlines definiert werden. Dabei helfen Methoden aus dem Projektgeschäft, beispielsweise Requirement Management und Timeboxing.

Christoph Otten
Zeit und Budget sind begrenzt, wenn wir damit nicht hinkommen, reduzieren wir den Scope. Das heißt wir priorisieren und nehmen die uns wichtigeren Songs zuerst auf.”
Otten sieht in seiner Symbiose aus Hobby und Beruf sogar Parallelen zur Geldanlage: „Eine ausgewogene Portfoliodiversifizierung bildet den Grundstein zu nachhaltigem Erfolg – und dazu gehören auch alternative Investments.“ Die persönlichen Investments in seine musikalischen Fähigkeiten haben sich definitiv in anderen Bereichen ausgezahlt – nicht zuletzt im Job. Er begrüßt daher den allgemeinen HR-Trend: Ein Umdenken vom einseitigen Fokus auf den Job zum facettenreichen Karriereansatz.

Christoph Otten
Erfolgreichster Banker-Musiker
Einer der erfolgreichsten Banker im Musikbusiness ist übrigens Ralf Dörper. Als Analyst der damaligen WestLB wurde er 2008 bei den Best Brokerage Awards der Financial Times als Europas No 1 Stock Picker ausgezeichnet. Nebenher arbeitete er als Musiker, machte die Samples für die Elektro-Band Propaganda und Die Krupps, mit denen er noch immer aktiv ist. Die Berliner Punkband „Die Ärzte“ widmete ihm sogar eine Textzeile in ihrem Songs Meine Ex(plodierte) Freundin .Anja Kühner
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