ANWENDUNG25. März 2025

“Later this year”: Girocard der Sparkassen wird im zweiten Halbjahr Teil des Payback-Systems

ITFM Montage

Die Sparkassen planen deutschlandweit eine bedeutende Neuerung für ihre Girocard: Bis Ende 2025 soll hier die Payback-Funktion integriert werden – ein Schritt, den die Sparkassen seit rund zwei Jahren planen. In der zweiten Jah­res­hälf­te star­tet die Ko­ope­ra­ti­on mit dem Bo­nus­pro­gramm-An­bie­ter Pay­back nun of­fen­bar end­lich, wie der Deut­sche Spar­kas­sen- und Gi­ro­ver­band (DS­GV) er­klärt. Vor al­lem grö­ße­re Ein­zel­händ­ler sind be­reits Part­ner des Pro­gramms. Mit der neu­en Funk­ti­on kön­nen Spar­kas­sen-Kun­den künf­tig beim Be­zah­len mit ih­rer Gi­ro­card au­to­ma­tisch Pay­back-Punk­te sam­meln. Die Spar­kas­sen ver­wal­ten rund 36 Mio. Pri­vat­kon­ten – so­mit ist der Schritt für Pay­back nicht ganz unwichtig.

Auch wenn es keinen genauen Starttermin gibt und nur von der zweiten Hälfte des Jahres die Rede ist (klingt fast wie „later this year“), berichten Personen aus dem Sparkassenumfeld jedoch, dass erste Sparkassen, insbesondere mit regionalen Handelspartnern, mit der Einführung beginnen. Dabei sollen zunächst Geschäfte eingebunden werden, mit denen die Sparkassen ohnehin schon im Rahmen des eigenen Vorteilsprogramms „S-Vorteilswelt“ kooperieren.

Die neue Funktion soll in erster Linie der Kundenbindung dienen. Kunden werden nicht allein wegen der Payback-Kooperation ein Konto bei einer Sparkasse eröffnen, aber es spielt eine Rolle, wenn man auf das Gesamtangebot eines Kontos schaut.”

Alexander Wüerst, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Köln

… gegenüber dem Handelsblatt. Zusätzlich zur neuen Payback-Integration bieten die Sparkassen ihren Kunden bereits jetzt die Möglichkeit, über das „S-Vorteilswelt“-Portal bei Online-Käufen und in lokalen Geschäften Cashback-Vorteile zu erhalten. Die Entscheidung zur Einführung der Payback-Funktion liegt aber letztlich wie immer bei den 343 regionalen Sparkassen. Ob diese flächendeckend an dem Programm teilnehmen, ist somit unklar.

Einführung von Payback war früher geplant

Etwas Verwirrung gab es auch angesichts einer Meldung der Köln-Bonner-Sparkasse, die vergangene Woche zunächst erklärte, der Marktstart für die Kooperation der Sparkassen mit Payback sei „für den 1. Juli 2025 vorgesehen“, sich dann einige Minuten in einer zweiten Meldung aber auf „für die zweite Jahreshälfte“ (de-)konkretisierte. Ein genaues Startdatum wurde auch seitens des DSGV nicht genannt. Ursprünglich war allerdings mal in Sparkassenkreisen von einer früheren Einführung die Rede gewesen. Was der Grund für die Verzögerungen ist, dazu machen die Beteiligten keine Angaben.

Das Unternehmen Payback ist Teil von American Express und arbeitet derzeit mit etwa 700 Partnerunternehmen zusammen, darunter bekannte Handelsmarken wie Edeka, Dm, Aral und C&A – Rewe war kürzlich ausgestiegen, um sein eigenes Loyalty-Programm zu pushen. Die Kunden können durch ihre Einkäufe Bonuspunkte sammeln und diese später gegen Prämien oder Rabatte eintauschen.

Erste Girocards mit Payback-Logo wurden bereits ausgegeben, allerdings ist der Aufdruck nicht zwingend erforderlich, um die Funktion zu nutzen. Insofern werden auch ältere Karten die Funktionalität unterstützen, sobald „ihre“ Sparkasse das unterstützt. Kunden müssen die Payback-Option jedoch ihrerseits aktiv über eine Verknüpfung zwischen ihrem Payback-Konto und dem Sparkassen-Bonusprogramm „S-Vorteilswelt“ freischalten. Das Bonusprogramm erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit – und wohl jeder von uns dürfte der Frage „sammeln Sie Punkte“ schon einmal begegnet sein: Payback verzeichnete zuletzt nach eigenen Angaben einen Anstieg der aktiven Nutzer auf 33 Millionen. Mit den potenziellen 36 Millionen Sparkassenkonten im Privatbereich könnte die Payback-Gruppe einen deutlichen Schub bekommen. tw

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