ANWENDUNG26. Februar 2025

Finanzkriminalität: 14 Prozent der weltweiten Phishing-E-Mails stammen aus Deutschland

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Die aktuelle Studie „Betrugstrends im Online-Banking in Deutschland 2025“ von BioCatch führt einen erheblichen Teil der Finanzkriminalität in Deutschland auf Phishing-E-Mails zurück. Demnach rangierte Deutschland bei Phishing-Angriffen auf Platz 4 in Europa, gemessen an der Anzahl der tatsächlichen Betrugsfälle. Der wirtschaftliche Schaden lag somit bei 267 Milliarden Euro – damit landet Deutschland auf Platz 7 unter den 30 Ländern des EWR (Europäischer Wirtschaftsraum). Gleichzeitig stammten 14 Prozent aller weltweit versendeten Phishing-E-Mails aus Deutschland.

So erklärt Biocatch-CISSP Matthias Schollmeyer: „Wir haben beobachtet, dass die Zunahme von Phishing-Attacken zu einem Vertrauensverlust in digitale Dienste geführt hat.“ Das habe auch negative Nebeneffekte auf die Akzeptanz von KI-Anwendungen. „Die Daten zeigen, dass die Deutschen KI eher als Risiko (32 Prozent) anstatt als Chance (21 Prozent) sehen.“

Biocatch

Der Bericht „Betrugstrends im Online-Banking in Deutschland 2025“ hebt auch den Fokus der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auf Anlagebetrug hervor. Wegen des verstärken Krypto-Aufkommens zielt dieser unverhältnismäßig stark auf junge Menschen ab. Eine kürzlich durchgeführte Umfrage ergab, dass 60 Prozent der Generation Z und der Millennials soziale Medien als verlässliche Quelle für Finanzberatung ansehen. 43 Prozent der Befragten Nutzer sozialer Medien haben bereits in Kryptowährungen investiert.

Obwohl junge Menschen inzwischen fast drei Viertel aller Betrugsopfer ausmachen, sind es immer noch die älteren Generationen, die den Großteil der Verluste verursachen.”

Thomas Peacock, Director of Global Fraud Intelligence bei BioCatch

Und der Analyst erklärt weiter, dass Berichten zufolge die Generation der Baby Boomer durchschnittlich 18.000 Euro pro erfolgreichem Betrugsversuch verliert, während die Generation Z nur 400 Euro verliert. Dennoch könnten die längerfristigen Auswirkungen hier viel schwerwiegender sein. „Werden diese Fälle nicht untersucht, könnten die Opfer das Vertrauen in das Finanzsystem, in digitale Dienste und die Gesellschaft verlieren.“

Neue Trends bei Finanzkriminalität

Biocatch

Doch die Studie zeigt noch einige aufschlussreiche Ergebnisse mehr. Denn Biocatch sieht bereits einen Anstieg von Betrugsversuchen im Kontext von Sofortüberweisungen / Echtzeitüberweisungen. Die damit verbundene (nahezu) Echtzeitgeschwindigkeit aufgrund der Instant Payment Regulation (IPR) ist somit ein Risiko. Auch sieht das Unternehmen eine große Zahl an digitalen Betrugsfällen. Demach haben fast 70 Prozent der Betrugsverluste in Deutschland ihren Ursprung in digitalen Kanälen.

Ein weiterer bemerkenswerter Trend ist Quishing (wir berichteten): Demnach platzieren Betrüger  gefälschte QR-Codes auf Parkuhren, Ladestationen und gefälschten Bankbenachrichtigungen. Diese Taktiken lassen ihre Opfer die QR-Codes scannen, sensible Informationen eingeben und Malware herunterladen. – Der komplette Report kann gegen Angabe der persönlichen Daten heruntergeladen werden. tw

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